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Lesekultur

Direktor Reinhard Schatzmann präsentiert Perlen der neuen Kinderliteratur!

Alle vorgestellten Bücher können im "Leseclub" ausgeliehen werden!


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Anton taucht ab

Verlag: Beltz & Gelberg (2011)

Seiten: 102

Lesealter: ab 9

Inhalt:

Anton ist ein cooler Junge, ein wahrer Meister der Computerspiele und „Herr der Chatrooms“. Er ist auch nicht auf den mund gefallen und hat immer einen flotte Spruch drauf. Doch jetzt soll er mit seinen Großeltern einen Campingurlaub unternehmen. Am Campingplatz angekommen, packt ihn das blanke Entsetzen. Hier gibt es statt eines gepflegten Pools nur einen „Ekel-See“ mit Fröschen und hinterlistigen, glitschigen Schlingpflanzen. Da wird er nicht einmal seinen großen Zeh hineinhalten. Seine Großeltern wollen, dass er Freunde findet. Schon nach der ersten Begegnung mit den Kindern, die sich am See vergnügen , hat Anton die Schnauze voll. Sofort ist ihm klar, dass es mit dem älteren Jungen mit der lächerlichen Frisur (deshalb nennt er ihn „Pudel“) Ärger geben wird.  Anton will aber auf gar keinen Fall, dass Opa und Oma meinen, er sei kein glückliches Kind, also spielt er ihnen Theater vor und beschwindelt sie. Die Hobbys seiner Großeltern, Schwimmen und Angeln, sind für ihn der reine Horror. Er spielt viel lieber mit seinem selbstgebauten, ferngesteuerten Truck. Als Opa schließlich einen Fisch fängt, der viel zu klein zum Essen ist, freundet sich Anton mit dem Mini-Raubfisch an. Er nennt ihn „Piranha“ und führt ihn fortan in einem Gurkenglas überall hin mit. Er schnallt ihn sogar auf seinen ferngesteuerten Gelände-wagen und zeigt ihm so die große Welt. Er findet in dem Fisch einen guten Zuhörer. Anton gesteht ihm, dass er ein Versager sei. Jetzt ist klar, dass der Junge nur in seiner Computer-Welt so cool ist. In der Wirklichkeit hat er Angst vor Wasser, vor anderen Kindern. Auch dass sein Vater ihm häufig den Satz „Das verstehst du niiiiieh!“ an den Kopf wirft, macht ihn unsicher und traurig. Im Waschhaus des Campingplatzes kommt es schließlich zur Auseinandersetzung mit „Pudel“. Anton hat ein Versprechen abgelegt, niemals Gewalt anzuwenden. Doch es geht um das Leben seines Fisch-Freundes. Anton wächst über sich hinaus und verabreicht dem größeren und stärkeren „Pudel“ eine ordentliche Tracht Prügel.

Als der Tag der Heimreise kommt, muss der Junge den Fisch schweren Herzens wieder in seine Heimat, den See, entlassen. Um „Piranha“ auf dem Weg in die Freiheit zu begleiten,  überwindet Anton seine Angst und wagt sich in den See. Und ihm ist klar, dass er auch im nächsten Jahr wieder hier sein wird, um mit „Karamba!“ in den See zu springen und „Piranha“ zu besuchen.

Ich meine:

Anton ist alles in einem: ein frecher Sprücheklopfer, ein braver Enkelsohn, der die Erwartungen von Oma und Opa nicht enttäuschen möchte, ein Möchtegerndraufgänger, der virtuelle Siege davon trägt, ein treuer Freund, ein kleiner Angsthase, ein scheuer Träumer und ein fantasievoller Held. Und er darf alles davon sein, darf sich zögernd Schritt für Schritt den Herausforderungen stellen, die diese Ferien für ihn mit sich bringen. Seite um Seite erlebt man seine Erfolge, seinen wachsenden Mut und seine Bereitschaft, sich tatsächlich auf etwas ganz Neues, Ungewohntes einzulassen. 

Was für ein herrlich komisches Buch. Anton wächst dem Leser mit seinen frechen und coolen Sprüchen so richtig ans Herz. Dabei spricht er auch öfter den Leser persönlich an(„Soll ich weiter erzählen? Ihr seid so ruhig auf einmal. Ist es langweilig? Keine Angst, bald kommt wieder Action.“) Nein  mit Anton war es keine Sekunde langweilig. Lässig und mit Witz geschrieben, zieht die Autorin in der Feriengeschichte über Langweile, Angst und Mut selbst Lesemuffel ins abenteuerliche Geschehen.

Und zweifellos wird sich mancher von euch in Anton wieder erkennen; in dem schrägen, überaus sympathischen und gleichzeitig unsicheren Helden, der  Mut macht, sich auf das echte Leben einzulassen.

Deutscher Jungendliteraturpreis 2011

Unsere Wertung:

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Der Elefant des Magiers

Verlag: dtv (2010)

176 Seiten

Lesealter: ab 9 Jahren

Inhalt:

Wir befinden uns am Ende des vorletzten Jahrhunderts. Peter hat seine Eltern verloren und lebt nun bei einem alten Soldaten, der ihm erzählt hat, dass auch seine Schwester tot ist. Eines Tages steht auf dem Marktplatz das Zelt einer Wahrsagerin. Von ihr erfährt der Junge, dass seine Schwester am Leben ist. Die Wahrsagerin verwirrt Peter mit der Aussage, dass er seine Schwester finden werde, wenn er dem Elefanten folge. Doch wo soll in dem kleinen Städtchen ein Elefant herkommen?

Im Opernhaus tritt eines Abends ein Magier auf. Eigentlich will er Blumen herabregnen lassen. Durch einen verkehrten Zauberspruch kracht plötzlich ein Elefant durchs Dach und landet einer vornehmen Dame auf dem Schoß. Sie ist von Stund an an den Rollstuhl gefesselt. Der Zauberer landet im Gefängnis.

Der Elefant wird zu einer vornehmen Dame gebracht, die ihn in ihrem Ballsaal als Attraktion ausstellt. Ein trauriges Dasein für das Tier. Peter aber weiß, dass am Spruch der Wahrsagerin etwas dran sein könnte. Mit aller Macht versucht er zum Elefanten zu gelangen, der ihn zu seiner Schwester führen soll. Es gelingt ihm, ihn zu befreien. Auch den Zauberer holt er schließlich aus dem Gefängnis. Und tatsächlich führt der Elefant den Jungen zum „Waisenhaus der Schwestern zum Ewigen Licht“. Hier lebt ein Mädchen namens Adele, die davon träumt, von einem Elefanten abgeholt und nach Hause gebracht zu werden – seine Schwester. So macht der Elefant den Traum der beiden Geschwister wahr. Zum guten Schluss zaubert der Magier den vom Heimweh geplagten Elefanten in seine Heimat zurück.

Ich meine:

Ein wundervolles, märchenhaftes Buch ist hier der Autorin gelungen. Es geht um Träume und Hoffnungen, um Liebe und Sehnsucht. Wir finden viele humorvolle Momente in dem Buch und eine spannende Suche des Jungen nach seiner Schwester. Dabei begegnen wir einem bunten Haufen besonderer Figuren: dem Polizisten Leo, der an Wunder glaubt und daran, dass man Dinge verändern kann, wenn man nur die richtigen Fragen stellt, wir lernen einen Bettler mit seinem blinden Hund kennen, oder den stets lachenden Steinmetz, der beim Sturz vom Kirchturm heraus findet, dass das Leben lustig ist.

In dieser Geschichte ist einfach alles möglich und sie lehrt uns, niemals aufzugeben.

„Der Elefant des Magiers“ ist ein Buch, das Eltern und Kinder gemeinsam lesen können. Ein tolles Vorlesebuch!

  

 

 

Unsere Wertung:

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Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün

Autor: Wieland Freund

Verlag: Beltz 2010

184 Seiten

Lesealter: ab 9 Jahre

Inhalt:

Törtel, eine griechische Landschildkröte, hat sich sehr gut im Heimwerkermarkt „McGrün“ eingerichtet. Er lebt dort, seit er geschlüpft ist und möchte auch dort bleiben. Andere Tiere werden hin und wieder von den Menschen mitgenommen. Er nicht. Eines Tages aber kauft ihn ein Typ namens „King Kurt“. Die anfängliche Freude wandelt sich schnell in Entsetzen, denn Törtel muss in einer Badewanne hausen. Er fühlt sich einsam und hat Angst. Immer wenn Törtel Angst hat, beginnt er zu zählen, so vergeht die Zeit schneller. Eines Tages wirft King Kurt Törtel einfach während der Fahrt aus dem Fenster seines Autos. Törtel bleibt hilflos in der Müggelseestraße  auf dem Rücken liegen. Die neugierige Füchsin „Wendy“ wird schließlich auf die hilflose Schildkröte aufmerksam und nimmt ihn mit in ihre Behausung. Jetzt lernt Törtel um sein Überleben zu kämpfen, Essen zu suchen im Müll der Menschen, Katzen das Futter auf den Häuserterrassen zu stehlen. Und er lernt andere Tiere kennen, darunter Palle, den Dachs, der so gern diskutiert und sich Gedanken macht über das Schicksal der Tiere in Berlin. Sollen sie wirklich die Nähe der Menschen suchen oder sind sie nicht vielmehr bestimmt zu einem freien Leben in der wilden Natur?

Allabendlich treffen sich die Tiere zur Beratung, wie sie im Kampf gegen Herrn Lüttkewitz bestehen können. Der versucht nämlich die Müggeldorfer zu überzeugen, dass die Tiere die wahren Schuldigen an einer Einbruchserie im Ort sind und deshalb getötet werden müssen. Der große Boss ist Grrmpf, ein furchteinflößendes Wildschwein. Er ist gar nicht begeistert von der Anwesenheit Törtels. das ändert sich erst als die Schildkröte den Keiler nach einer Tränengasattacke von Herrn Lüttkewitz rettet. Um ihre Unschuld zu beweisen, müssen die Wildtiere die wahren Einbrecher überführen. Dazu brauchen sie aber unbedingt die Hilfe der Haustiere. Jetzt erweist sich der bedächtige Törtel als der heimliche Anführer. Er heckt einen Plan aus, wie die Täter überführt und Müggeldorf ein Ort werden kann, an in dem sich alle, Mensch und Tier, wohl fühlen können

 

Ich meine:

Törtel, eine Schildkröte, die man einfach mögen muss! Er ist zwar langsam und etwas tollpatschig, aber er ist zur rechten Zeit zur Stelle. Es ist toll, mitzuerleben wie ausgerechnet der anfangs verachtete, kleine „Ausländer“ es schafft, den Frieden zwischen Mensch und Tier wieder herzustellen.

Freund erzählt eine hinreißende Geschichte mit einer Menge verrückt genialer Einfälle. Wunderbar und witzig beschreibt er die Eigenarten der Tiere, als da sind Krähen, Elstern, Enten, Mäuse, ein Auto-Marder, drei Waschbärenbrüdern, eine Wildschweinfamilie oder etwa ein schüchternen Graureiher. Nicht zu vergessen Michelle, die Ente, die stets mit ihren Verehrern im Schlepptau – einer Gruppe von verliebten Erpeln – auftaucht. Da ist auch noch der fette Fuchs Iwo, der wiederum in Wendy verliebt ist, und das Schlemmen an den Katzennäpfen nicht lassen kann.

Es geht wesentlich um den Gleichheitsgedanken der Tiere untereinander, um Probleme mit neu Zugezogenen („Ausländern“) und um Freiheit und Mut. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass alle, Starke und Schwache, zusammenhalten müssen, wenn man Großes erreichen will.

Ein Buch, das zu Herzen geht und vor Humor nur so sprüht.

Auch ein sensationelles Vorlese-Buch!

 

 

 

Unsere Wertung:

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Hier kommt Gormy - Was für ein Monster-Schlamassel

Autor: Guy Bass

Verlag: Dressler 2009

90 Seiten

Lesealter: ab 8 Jahren

 

Inhalt:

Gormy ist ein Monsterjunge, sehr klein, sehr blau und sehr behaart. Gormy wohnt mit seinen Eltern – Mogra der Schrecklichen und Grumbor dem Grässlichen – auf dem Birnbaumhügel Nummer 1. Er kann es kaum erwarten, dass er endlich die „Mempfen“ erschrecken darf. Aber dafür muss man monstermäßig gut drauf sein. Und genau da hapert es bei Gormy. Sein Vater meint, er brauche noch mindestens ein Jahr und schenkt ihm das Buch „Wie wird man ein besseres Monster“. Jeden Tag muss Gormy daraus lernen. So erfährt er wie man andere zu Tode erschreckt oder Furcht erregend laut brüllt. Auch Steine werfen steht auf dem Programm. Gormy sucht sich dafür ausgerechnet den Felsbrocken aus, den ihm sein Vater ausdrücklich verboten hat. Dass auch noch ein Kobold unter dem Felsen steckt, damit hat Gormy natürlich nicht gerechnet. Zu allem Übel muss sich unser kleiner blauer Freund auch noch mit seinem Erzfeind Poggy herumschlagen, der drei runde gelbe Augen, zwei Schwänze und einen beeindruckenden hellgrünen Ganzkörperpelz hat. Gormy wurmt es, dass dieser Kotzbrocken schon monstern gehen darf, obwohl er keinen Tag älter ist. Ob Gormy das wohl auch gelingt?

 

Ich meine:

 

Gormy, ein Monster nicht zum Gruseln, sondern zum Knuddeln!

Der Monster-Schlamassel ist das zweite Buch der Gormy-Reihe und bereitet rundum höchsten Lesespaß! Die lustigen Streiche, die sich das blaue Knuddel-Monster einfallen lässt und das unterhaltsame Familienleben der Ruckles erinnern den einen oder anderen jungen Leser sicher an zu Hause. Mit der großen Schrift, dem spaßigen Inhalt und den fetzigen Zeichnungen werden die Gormy-Bücher auch hartnäckige Lesemuffel begeistern.

Das Buch eignet sich toll zum Vorlesen!

 

 

 

Unsere Wertung:

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Schnüffelnasen auf Schatzsuche

Autor: Daniel Napp

Verlag: Thienemann  2010

128 Seiten

Lesealter: ab 7 Jahren

Inhalt:

Was haben ein Polizeihund, ein Floh und eine Krähe gemein-sam? Eigentlich gar nichts. Aber wenn es um eine Geheim-botschaft geht, dann arbeiten sie zusammen. Pock, der Floh, wohnt im Ohr von Polizeihund Hubertus. Beide hatten bereits erfolgreich ein Abenteuer bestanden, in dem sie als blinde Passagiere auf einem Kreuz-fahrtschiff nach New York gereist sind und dabei gleich zwei Juwelendiebe außer Gefecht setzen konnten („Schnüffelnasen an Bord“).                                                                                                            Eines Tages erhalten die beiden Luftpost. Tippi, Pocks Schwester, befürchtet, dass es auf ihrer alten Burg Veiting spukt. Sie braucht die Hilfe von Pock und Hubertus. Mit ihrem „Krokodil'', einer rot lackierten alten Diesellok machen sie sich, begleitet vom Raben Kröckel, auf den Weg zur Burg, die fast vollkommen mit Baugerüsten und Folien verdeckt war und von zahlreichen Touristengruppen - vorwiegend Japaner - besucht wurde.   Pocks kleine Floh-schwester erzählt, dass immer nach Mitternacht ein un-heimliches, schwarzes Gespenst mit einem leuchtenden Auge auf der Stirn die Burg schleicht. Die drei Freunde beschließen, das Gespenst in der nächsten Nacht auf frischer Tat zu ertappen. Dem Polizeihund mit brillanter Spürnase gelingt es sogleich, dass erste Geheimnis zu lüften. Das Gespenst ist gar kein Gespenst, sondern ein fieser Einbrecher. Aber was will dieser schwarz gekleidete Mensch auf der Burg? Was bedeutet die Botschaft in Geheimschrift, die er geklaut hat? Was hat das ganze mit Gunderams Schatz zu tun, der angeblich in einer geheimen Grabkammer auf der Burg liegen soll? Der Polizeihund Hubertus, die beiden Flöhe Pock und Tippi und auch Rabe Kröckel geraten schließlich sogar noch in eine Falle ... Viele Fragen müssen die Freunde lösen, bis sie das ganze Geheimnis um Burg Veiting lösen können. – Super spannend!

Ich meine:

Ein seltsames, lustiges und liebenswertes Detektiv-Team, das garantiert jeden noch so kniffligen Fall löst!

Mit seiner Geschichte rund um so spannende Themen wie Burg, Gespensterjagd und verborgener Schatz fesselt der Autor nicht nur Leseanfänger. Gespickt ist die Geschichte mit einer Menge toller Ideen und faustdicker Überraschungen. Wer von euch hätte zum Beispiel gewusst, dass Flöhe lesen können, dass Vögel nicht einfach nur zwitschern, sondern damit ganz andere Zwecke verfolgen und dass 209 winzige Flöhe ausreichen um, ein Chaos anzurichten?

Das Buch eignet sich auch hervorragend zum Vorlesen und macht rundum einfach großen Spaß!

Ich freue mich jedenfalls schon, wenn das „Rote Krokodil“ die schlauen Detektive zu ihrem nächsten Fall bringt. Wer dieses Buch gelesen hat, möchte sicher auch dabei sein!

Unsere Wertung:

 

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35 Kilo Hoffnung

Autorin: Anna Gavalda

Verlag: Bloomsbury 2006

85 Seiten

Lesealter: ab 9 Jahren

 

Inhalt:

David ist ein glücklicher Junge - bis er in die Schule kommt. Bereits am zweiten Tag will er nicht mehr dorthin, er bekommt Magen-krämpfe, wenn er nur an die schule denkt.  Seine Lehrerin schreibt ins Abschluss-zeugnis der Vorschule: „Dieser Junge hat ein Gedächtnis wie ein Sieb, Finger wie eine Fee und ein riesengroßes Herz. Es müsste gelingen, daraus etwas zu machen.“ Das Problem ist das „Gedächtnis wie ein Sieb“, da helfen selbst die geschick-testen Finger nicht: als Bastler ist David unschlagbar, als Schüler jedoch eine Katastrophe. So kämpft er sich durch die Jahre, bleibt zweimal sitzen, hat ständig Streit mit seinen Eltern, wenn sie versuchen die Hausaufgaben mit ihm zu machen und wird schließlich von der Schule geschmissen. Am wohlsten fühlt er sich in Opa Leons Bastelschuppen. Er steht David auch stets mit Rat und Tat zur Seite. Er vermittelt ihm auch das Gefühl, dass er mehr kann, als er denkt. Bei seinen Eltern hingegen hat er das Gefühl, nur im Weg zu stehen, von Geborgenheit keine Spur.

Schlussendlich schicken ihn seine Eltern ins Internat. Zu allem Überfluss erkrankt sein Opa schwer. Der Junge ist nun auf sich allein gestellt. David sucht sich ein Gymnasium mit technischem Schwerpunkt aus. Aber wegen seiner schlechten Noten muss er eine  Aufnahmsprüfung machen. Die innere Verbundenheit mit seinem Großvater lässt David die Prüfung bestehen und er wir in seiner Wunschschule aufgenommen

 Ich meine:

Einfühlsam und humorvoll nähert sich Anna Gavalda einem ernsten Thema, dem „Schulversagen“. Ihr ist ein wunderbarer Roman gelungen über einen Jungen, der lernen muss erwachsen zu werden und seinen Platz im Leben zu finden.

David schildert seine Probleme in der Schule und zu Hause offen und direkt. Der Einblick in Davids Innenleben geht jedem Leser wirklich zu Herzen. Während man das Buch liest, ist einem zum Lachen, zum Weinen, zum Nachdenken, zum Schweigen zumute.

Das Buch ist auch eine Liebeserklärung an die Großeltern, die als einzige den Hilferuf Davids verstanden haben.Das Buch ist sehr empfehlenswert, ja ich würde sogar meinen, man muss es gelesen haben.

Auch für uns Erwachsene, LehrerInnen wie Eltern, sollte „35 Kilo Hoffnung“ eine Pflichtlektüre sein. Es sollte uns wach rütteln und aufrufen, konsequent hinter unseren Kindern zu stehen, sie best möglichst zu fördern, vor allem aber ihnen die Liebe zu schenken, die sie verdienen.
 

 

 

Unsere Wertung:

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Charlie zieht aus

Autorin: Hilary McKay

Verlag: Fischer 2009

80 Seiten

Lesealter: ab 7 Jahre

Inhalt:

Charlie ist sieben Jahre alt, aber schon ein Lausbub wie er im Buche steht. Da wo er auftaucht, geht bestimmt etwas schief. So hat Charlie kürzlich die Gratis-CD aus der Cornflakes-Packung mit dem Messer in den Firmencomputer seines Vaters gestopft. Im Moment hat er großen Kummer. „ Das Leben kann sehr hart sein, wenn man eine grässliche Familie hat, die einen überhaupt nicht leiden kann.“  Das glaubt zumindest Charlie. Er hat das Gefühl, dass die Eltern seinen nervigen Bruder viel mehr lieb haben wie ihn. Zumindest lachen sie über seine Witze, hingegen wenn Charlie einen erzählt, dann verziehen sie keine Miene. Wirklich im höchsten Maße ungerecht! Kein Wunder, dass er seine ganze Familie richtig satt hat. Er klagt seinem besten Freund und Nachbarn Henry sein Leid und fasst einen Entschluss: er zieht aus! Schnell packt er das Nötigste ein. (Minifernseher, Playstation, Fotoalbum, Juck-pulver, Steine,…) Weil sein Rucksack ganz schön schwer geworden ist, beschließt er nicht allzu weit auszureißen. So landet er im Schuppen hinter seinem Haus. Das hat den Vorteil, dass nicht nur die Stromversorgung gesichert ist, sondern auch sein Freund ganz in der Nähe wohnt. Charlies Mutter hat längst bemerkt, wo sich ihr Sohnemann aufhält. Sie tut so, als ob sie die Tiere im Garten füttern wollte und legt Käsebrote, Chips und Apfelkuchen aus, die sich Charlie natürlich nicht entgehen lässt. Als es zu regnen anfängt, verlässt Charlie der Mut und er flüchtet zu seinem Kumpel Henry. Seine Eltern besuchen, seit ihr Ausreißer fort ist, überraschend oft Henrys Eltern. Warum wohl? Er belauscht sie und erfährt, dass er zwar manchmal seine Familie gehörig nervt, sie ihn aber trotzdem unheimlich vermissen. Charlie beschließt großzügig wieder nach Hause zu kommen und stellt fest, dass das Schönste am Weglaufen die Wiedersehens-freude der anderen ist.

Ich meine:

Hilary McKay bietet mit ihren Charlie-Geschichten echtes Lesefutter nicht nur für aufgeweckte Jungs. Mit Charlie ist eine richtige Lausbuben-Figur entstanden, mit der sich Kinder leicht identifizieren können. Und was der für Einfälle hat, und in welch schwierige Situationen er immer wieder gerät! Einfach ein Buch zum Schmunzeln und Lachen für Leser jeden Alters.

Die einzelnen Kapitel sind eher kurz gehalten, die Sprache ist klar und verständlich. Erstleser werden n den humorvollen Geschichten und fantasievollen Streichen ihren Spaß haben.

Übrigens - auch ein fantastisches Vorlesebuch!

Für alle Charlie-Fans: Dies sind die weiteren Bände der Reihe: Charlie hält dicht; Charlie kann Tricks; Charlie spukt rum; Charlie steckt fest

 

 

 

 

Unsere Wertung:

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Urgum, der Barbar

Autor: Kjartan Poskitt

Verlag: cbj 2008

432 Seiten

Lesealter: ab 10 Jahren

 

Inhalt:

Urgum ist ein echter Barbar – und der letzte seiner Zunft: Er ist wüst, stinkt und fürchtet weder Tod noch Teufel! Im Gegenteil, nichts wäre ihm lieber, als die Götter Tangor und Tangal mit seinem fürchterlichen Hel-dentod zu beeindrucken und dann mit ihnen an der ewigen Tafel zu speisen und sich von ihnen bedienen zu lassen. Mit dem Schlach-tengesang „Wir sind völlig irre" treibt er sich mit seinen Mannen in der verlorenen Wüste herum und bringt die Götter zur Verzweiflung. Immer wie-der müssen sie ihn aus schwierigen, lebensgefähr-lichen Situationen ret-ten. Da kommt den Göttern die rettende Idee: Urgum, ihr Schützling, muss ruhig und sesshaft werden. Und so wird er zehn Jahre in die Zukunft geschickt. Als er wieder nach Hause kommt, muss er sich nicht nur verdattert eine Standpauke seiner Frau anhören, son-dern auch noch erfahren, dass er glücklicher Vater einer zehnjährigen Tochter ist und dass seine Höhle sich in ein gemütliches Heim verwandelt hat. Der Plan der Götter scheint aufzugehen, aber es scheint nur so, denn das größte Vorbild für Molly ist der Vater, sie möchte nämlich zur gefürchtetsten Barbarin aller Zeiten werden. Bald ziehen die beiden gegen alle Gefahren des Barbaren-lebens gemeinsam ins Feld und lehren sowohl den Steuereintreibern des Kö-nigs als auch gefährlichen Monstern das Fürchten.

Ich meine:

Alle Personen in diesem wirklich „schrägen“ Buch haben irgendeine Macke und geraten laufend in haarsträubende Situationen. Beim Lesen musste ich ein ums andere Mal laut lachen. Köstlich amüsiert hat mich , als der wildeste aller Barbaren sich plötzlich gezwungen sieht, seine Tochter zu erziehen oder sich an die Manieren der „feinen“ Gesellschaft gewöhnen soll.

Außer Urgum tauchen noch jede Menge anderer schräger Gestalten auf, die der Leser gleich sympathisch findet.Zimperlich aber darf man nicht sein: Da wird auch gehauen, getreten, geköpft und niedergemetzelt, was das Zeug hält!

Die temporeiche und mit Witz erzählte Geschichte enthält viele große und kleine originelle Zeichnungen. Urgum ist das ideale Buch für Lese-Einsteiger, wird aber noch besser, wenn es laut vorgelesen wird und sich alle gemeinsam über Urgums Erlebnisse amüsieren.

Das Buch ist einfach barbarisch gut! Eine echt „wilde" Geschichte! Also - Helm auf beim Lesen!

 

 

Unsere Wertung:

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Suche Arbeit für Papa

Autorin: Lydia Zeller, Monika Maslowska (Illustrator)

Verlag: Bajazzo 2008

32 Seiten

Lesealter: ab 7 Jahren

Inhalt:

Oskars Vater, ein Autolackierer, ist seit einiger Zeit arbeitslos. Seither herrscht daheim schlechte Stimmung. Sein Vater lässt seinen Unmut die ganze Familie spüren. Anstatt der Mutter im Haushalt zu helfen oder nach einer neuen Arbeitsstelle Ausschau zu halten, sitzt er nur noch vor dem Fernseher. Als Oskar eines einen Satz seiner Tante Lene aufschnappt, die zu seiner Mutter sagt: „Ich glaube nicht, dass er so schnell eine Arbeit findet. Er sucht ja gar nicht richtig !", da erinnert sich Oskar daran, wie er es schaffte, dass seine entlaufene Katze Pingpong wieder zurückkam. Er hatte einfach einen Zettel gemalt und ihn an einen Baum im Garten der Siedlung gehängt. Genau so macht er es jetzt wieder. In der Mathestunde reißt er eine Seite aus seinem Heft, malt einen Porsche darauf und schreibt darunter: „Suche Arbeit für Papa. Er kann es super mit Autos !" Diesen Zettel hängt er am Baum vor seinem Haus auf. Als sein Vater kurz darauf diese Nachricht liest, ist er sehr wütend. Doch bevor er Oskar ausschimpfen kann, klingelt das Telefon. Der Nachbar hat Probleme mit seinem Auto und bittet Oskars Vater um Hilfe. Der schnappt sich seinen Werkzeugkoffer und geht zum Nachbarn. Als er zufrieden pfeifend später zurückkehrt, hat sich die Stimmung in der Familie schlagartig verändert. Die Mutter nennt ihren Mann seit langem wieder einmal liebevoll einen „alten Brummbär" und Lotte, die Frisörin werden will, beginnt ihm die Haare zu schneiden: „Bei der Arbeits-suche kann ein anständiger Haarschnitt nichts schaden."
Papa ist voller neuer Ideen, was er tun will, um bald zu einer Arbeit für sich zu kommen und bedankt sich herzlich bei seinem Sohn für die hervorragende Idee mit dem Zettel.

Ich meine:

Ein wirklich tolles, feinfühliges Buch, das ein schwieriges Thema aus der Sicht eines 8-Jährigen für Kinder verständlich behandelt und sie ermutigt darüber zu reden. Eindrücklich wird erzählt, dass die Arbeitslosigkeit eines Familienmitgliedes auch die Kinder und die Partnerin empfindlich berührt. Man fühlt und leidet als Leser mit, grad so, als wäre man ein Familienmitglied. Die Geschichte macht aber auch Mut, zeigt, dass die Familie und die Nachbarn dem Betroffenen dabei helfen können, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
Schön ist, dass die Zeichnerin nie den Humor vergessen hat und uns in vielen versteckten Details immer wieder ein  Hoffnungsfünkchen zeigt.

Wir lernen, dass eine Familie gerade in schweren Zeiten zusammenhalten muss. Denn ohne die Unterstützung Oskars hätte sein Vater wohl kaum neuen Mut gefasst.

Dieses besondere Bilderbuch ist farbig und trotzdem nicht bunt, es ist traurig und macht trotzdem froh, und dabei ist es auch noch klug. Also, unbedingt lesen, auch die Großen!

  

Unsere Wertung:

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Doktor Proktors Pupspulver

Autor: Jo Nesbo

Verlag: Arena 2008

240 Seiten

Lesealter: ab 9 Jahre

Inhalt:

Seit Lises beste Freundin weggezogen ist, hat sie niemanden mehr in der Kanonenstrasse, mit dem sie spielen kann – bis zu dem Tag, als der winzige Bulle mit seinen feuerroten Haaren mit seiner Familie ins Haus gegenüber einzieht. Bulle ist nämlich nicht nur der kleinste Junge, den Lise je gesehen hat, sondern bei weitem auch der pfiffigste und mit ihm zusammen erlebt sie allerhand. Bisher war ihr nämlich Dr. Proktor gar nie aufgefallen. Dabei wohnt er schon seit immer in der Kanonenstrasse. Und Dr. Proktor ist ein echter Erfinder! Die Kinder freunden sich mit dem verrückten Professor an und werden seine Assistenten. Bulle meldet sich natürlich freiwillig, das Pupspulver, das eigentlich ein Mittel gegen Heuschnupfen werden sollte, zu testen. Doch was macht man mit dem Pulver, das innerhalb weniger Sekunden einen solch gewaltigen Pups auslöst, dass Bulle meterweit durch den Raum geschleudert wird? Sie sind überzeugt, dass  die NASA mit dem Pupspulver eine perfekt Raketenstarthilfe (Pupsonautenpulver) haben könnte. Bulle weiß jedenfalls so viel damit anzufangen, dass er es bald mit großem Erfolg an der Schule verkaufen kann. Doch da gibt es noch die fiesen Zwillinge Truls und Trym, die sich die geniale Erfindung des Doktor Proktor unbedingt unter den Nagel reißen wollen. Sie bringen sogar den Professor und Bulle auf hinterhältige Art und Weise ins Gefängnis. Aber dann nimmt die Geschichte doch noch eine glückliche Wendung, bei der auch eine Kanalisations-Anakonda eine wichtige Rolle spielt - und der norwegische Nationalfeiertag durch das Pupspulver gerettet wird.

Ich meine:

Das Buch ist der absolute Renner bei uns im Leseclub, obwohl, oder gerade weil es sich mit einem ungewohnten Thema beschäftigt!

Der Autor berichtet in einem tollen, humorvollen Stil über die Ereignisse in der Kanonenstraße. Schon nach den ersten Seiten kommt der Leser aus dem Lachen nicht mehr heraus! Kein Sekunde kommt Langeweile auf, weil von allem etwas dabei ist: Gut gegen Böse, etwas donnernd Explodierendes, etwas schrullig Erfinderisches, etwas Spannung und natürlich etwas Spaß!

Illustartionen sind - passend zur Geschichte - ziemlich schräg, aber mir gefallen sie gut!

Ein Buch, das jede Menge Lesespaß garantiert und in keinem Kinderbücherregal fehlen sollte!

Eignet sich auch fantastisch zum Vorlesen!

Übrigens - ich würde mir Pupsonautenpulver kaufen, wenn ich könnte!

Unsere Wertung:

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Die Sache mit den Superhelden

Autor: Sylvia Heinlein, Sabine Wiemers (Illustrator)

Verlag: Tulipan 2009

48 Seiten

Lesealter: ab 7 Jahre

Inhalt:

Tock-tock! Tock! Tock-tock!“ – nur wer genau so klopft und das Geheimwort kennt, bekommt Einlass in den Gartenschuppen, in dem sich „Die Besten“ treffen. So heißt der Klub von Wolle, Micki und Jonny, die zusammen halten wie Pech und Schwefel und richtig dicke Freunde sind. Mit Begeisterung lesen die drei Comics von ihren liebsten Superhelden Starman, Gigaman und Geckogirl und schwärmen von ihren Abenteuern. Die Hefte bekommen die Jungs aus dem Comicladen. der Besitzer ist ein meist schlecht gelaunter, dicker Mannes, den sie den Grimmigen nennen. Wolle, Micki und Jonny sind sich sicher, dass der Kerl ein Geheimnis hat. Sie gehen der Sache nach und tatsächlich: Im Nebenzimmer sitzen ihre Superhelden, leibhaftig und in voller Größe. Sie sind auf der Suche nach neuen Aufgaben. Dabei können ihnen die Kinder helfen. Dabei erweisen sich die Superhelden als richtig nette, hilfsbereite Typen. So umwickelt Geckogirl den Blödian aus der vierten Klasse mit ihrer Schleimzunge, Gigaman holt Wolle aus dem Baum, als der sich nicht mehr heruntertraut, und Starman sieht mit seinem Röntgenblick sofort die gestohlene Handtasche.

Ich meine:

Wer möchte nicht gerne echte Superhelden kennenlernen? „Die Besten“ machen es möglich und beweisen Erstlesern, wie spannend ein Buch sein kann. Sylvia Heinlein hat eine spritzige Geschichte mitten aus dem Alltag fantasievoller Jungs geschrieben, die ganz genau wissen, dass es Superhelden wirklich gibt. Das heißt aber nicht, dass nicht auch Mädchen ihren Spaß an dem Buch haben werden. Dass auch Superhelden so ihre Problemchen haben, macht die Geschichte erst recht sympathisch. Besonders gut gefällt mir, dass nach dem letzten Punkt auf der letzten Seite des Buches noch viel Platz bleibt zum Weitererzählen. So kann sich jeder Leser seine eigene Fortsetzung dieser spannenden Geschichte ausdenken.

 

Unsere Wertung:

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Bradley, letzte Reihe, letzter Platz

Autor: Louis Sachar

Verlag: dtv 2005

224 Seiten

Lesealter: ab 10 Jahre

Inhalt:

Bradley ist ein Außenseiter und als solcher sitzt er in seiner Klasse ganz hinten – eben letzte Reihe, letzter Platz. Seine Mitschüler weigern sich, neben ihm Platz zu nehmen. Er stört den Unterricht, stellt sich absichtlich dumm an, macht keine Hausübungen, zerschnippelt seine Tests und Arbeitsblätter und lügt wie gedruckt. Mit einem Wort: Er ist das, was man als sehr verhaltensauffällig bezeichnet. Kein Wunder, dass er die schlechtesten Noten der Klasse hat und der unbeliebteste Junge der Schule ist. „Du bist nicht mal ein Mensch! Du bist ein Monster! Du bist ein Monster aus dem Weltall!“ – sagt ein Mitschüler und Bradley tut alles, um seinen Ruf zu bestätigen.  Wozu braucht er auch Freunde, er hat ja zu Hause seine Traumwelt mit Spielzeugtieren aufgebaut. Mit ihnen, seinen besten Freunden, bespricht sich Bradley, hier fühlt er sich als Held.

Eines Tages kommt ein Neuer, Jeff, in die Klasse. Ihm macht es nichts aus, neben Bradley zu sitzen. Beim vorsichtigen Versuch, mit dem Jungen von der letzten Bank Kontakt aufzunehmen bekommt er zu hören: „Gib mir einen Dollar oder ich spuck dich an!“ – Ein denkbar ungünstiger Start. Als Jeff sich später versehentlich in die Mädchentoilette verirrt, verschafft er sich dadurch Bradleys Bewunderung und sie freunden sich nach und nach an.

Die Psychologin Carla Davis ist ebenfalls neu an der Schule. Bradley sträubt sich anfangs mit Händen und Füßen ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie  gewinnt mit ihrer verständnisvollen Art aber bald das Vertrauen des Schul-Ekels. In den Gesprächen mit Carla lernen wir Brad besser kennen. Wer hätte gedacht, wie einsam er sich fühlt und wie liebend gern er zur Gemeinschaft gehören würde.

Der Leser erfährt den „Kotzbrocken“ als empfindsamen, fantasievollen Jungen, der Angst hat, nicht angenommen zu werden und deshalb das „Schulmonster“ spielt.

Mit Carlas Hilfe wird er selbstbewusster. Sie zeigt ihm Wege, Freunde zu gewinnen, dazu zu gehören. Wegen des Widerstands einiger Eltern, die Carlas ungewöhnliche Methoden nicht gut heißen, muss sie die Schule verlassen, für Bradley eine Katastrophe. Trotzdem versucht er gegen alle Schwierigkeiten zu beweisen, dass er nicht das Monster ist, für den ihn alle halten.

 Ob der „neue Bradley“ seinen Platz in der Klassengemeinschaft findet, vielleicht sogar in das Basketball-Pausenteam aufgenommen wird, möchte ich nicht verraten.

Ich meine:

Louis Sachar gelingt es, ein aktuelles Thema mit viel Herz und einer tüchtigen Portion Humor nahe zu bringen.

Schnell kann sich der Leser in den verhaltensauffälligen Jungen hinein versetzen, spürt seine Angst und Unsicherheit, begleitet ihn in all seiner Trauer und entdeckt seine versteckte Liebenswürdigkeit. Ein berührendes Buch um Freundschaft, Liebe, gegenseitigen Respekt und Toleranz. Ein Buch das ermutigt, sich nicht mit der Rolle abzufinden, die andere einem aufzwingen wollen.

Man wünscht allen Kindern, die sich, wie Bradley, nicht nur in der Schule allein und unverstanden fühlen, Menschen wie Carla und Jeff, die Vertrauen aufbauen und an ihre Fähigkeiten glauben.

Deshalb gilt meine Buchempfehlung nicht nur für Kinder (sie werden es sowieso mit Begeisterung lesen), sondern auch für uns LehrerInnen und Eltern!

 

Unsere Wertung:

Hamdi - Zu Hause in Beirut

Autor: Katrien Hoekstra, Andre Martini (Illustrator)

Verlag: Klett 2010

85 Seiten

Lesealter: ab 8 Jahre

Inhalt:

Hamdi lebt mit seiner erwachsenen Schwester Zeina, deren Mann Ali und seinen Eltern in Beirut, der Hauptstadt des Libanon. Seine große Leidenschaft ist Fußball, er hat das Talent zu einem guten Torwart.  Seine Schwester hat für ihn ein T-Shirt bemalt: „Oliver Kahn“ steht darauf – der ist sein großes Vorbild. Leider spielt seine Schwester nicht mehr mit ihm – seit sie verheiratet ist, trägt sie auf Wunsch ihres Mannes einen langen Mantel und ein Kopftuch. Sein Vater ist Taxifahrer, aber der Haupternährer der Familie ist Ali. Er ist ein großer Freund der Hisbollah. Ali versucht, Hamdi mit einem Propaganda-Video für den Heiligen Krieg zu begeistern. Immer häufiger gibt es Streit zu Hause; Zeina ist hin und her gerissen zwischen der Liebe zu ihrer Familie und zu ihrem Mann. Zudem wartet Ali ungeduldig darauf, dass Zeina endlich schwanger wird und ihm einen Sohn schenkt. Als es endlich so weit ist,  wird es zu Alis großer Enttäuschung ein Mädchen. Hamdis Wunsch ist es, bei den Jugendlichen aus seinem Viertel als Tormann in die Fußballmannschaft zu kommen. Aber seiner Familie wird die Wohnung gekündigt. Ali gelingt es, mit Hilfe der Hisbollah  eine schöne und größere Wohnung zu bekommen. Auch wenn dies den Eltern missfällt, ziehen sie alle um. Hamdi vermisst seine Fußballfreunde. Im Hausflur lernt er den Jungen Sadeq kennen. Als Hamdi ihn nach seinem Vater fragt, erzählt Sadeq stolz, dass er als Märtyrer gestorben sei. Nach einem heftigen Streit verlässt Ali die Wohnung und nimmt die verzweifelte Zeina und Hamdis kleine Nichte Manar mit. Nur wenige Minuten später flattern Flugblätter vom Himmel, auf denen steht: „Bombardements. Israelische Verteidigungsarmee.“ Hamdi und seine Eltern ziehen zu seinem Onkel in ein weniger gefährdetes Stadtviertel. Im Fernsehen muss er mitverfolgen, wie ihre frühere Wohngegend bombardiert wird. Alle sorgen sich um Zeina. Schließlich fahren sie zurück. Sie sind entsetzt – alles liegt in Schutt und Trümmern. Sie finden Zeina und Manar. Ali ist bei den Bombenangriffen ums Leben gekommen. Er ist ein Märtyrer geworden, wie er es sich immer gewünscht hat.  Auf dem Rückweg wird Hamdi von seinen Fußballfreunden aus dem Auto gewunken – er muss ganz schnell ins Tor. Dank seiner  Torwartqualitäten gewinnt seine Mannschaft – und Hamdi sieht seine Schwester glücklich und jubelnd am Spielfeldrand stehen.   

Ich meine:

Die Niederländerin Katrien Hoekstra, geboren 1971, lebte selbst einige Zeit im Libanon, wo sie als freie Journalistin arbeitete. Eine Familie aus ihrer Nachbarschaft, von deren Gastfreundschaft sie sehr beeindruckt war, wurde Vorbild für diese Geschichte.

Eine glaubwürdige Geschichte aus dem Leben in der Stadt Beirut, in der die Spannungen zwischen den gemäßigten Schiiten, den radikalen Sunniten und der Hisbollah schließlich zum Bürgerkrieg und zu Bombardements führten. Aus der Sicht eines fußballbegeisterten Kindes wird der ganz normale Alltag in einer muslimischen Familie erzählt, zugleich werden durch Hamdis Erfahrungen viele Informationen über die religiösen und politischen Konflikte im Libanon vermittelt. Die tollen Illustrationen in kräftigen Farben verstärken die Wirkung dieses informativen Kinderbuches. Die Autorin klärt anschaulich wichtige Begriffe wie „Islam“, „Allah“ und „Dschihad“. Sie versucht auch die Beweggründe der Hisbollah-Kämpfer darzulegen.

Mich hat sehr die Haltung von Hamdis Vater beeindruckt, der alles dafür tut, dass seine Kinder in Frieden aufwachsen können. 

 

 

     

Unsere Wertung:

Bo im Wilden Land

Autorin: Lena Kugler

Verlag: Fischer 2006

183 Seiten

Lesealter: ab 9 Jahre

Inhalt:

In Katanien sind plötzlich die Drachen verschwunden. Ausgerechnet jetzt, wo Harold, Bo’s Vater, gerade sein Heldendiplom abgeschlossen hat! Bo würde ihm so gerne helfen - aber wie? Da wird mitten in der Nacht die leere Rüstung, die sie für Papa aufpoliert hat, plötzlich lebendig. Die Rüstung stellt sich als Sir Robert vom Mitleidigen Blech vor. Er erzählt vom Wilden Land und nimmt Bo mit auf eine aufregende Drachensuche!  Ihr Weg führt sie in einen dunklen Wald, wo sie auf ein Drachenei stoßen, das von Wölfen verfolgt wird. Bo gelingt es, das Ei zu retten und so ziehen sie zu dritt weiter, denn das ewig nörgelnde Ei weiß, wo seine Eltern sind. An der Grenze zum Wilden Land treffen sie auf Torwa, einen griesgrämigen Helden mit einem fürchterlichen Hammer statt eines Schwertes. Der unangenehme Geselle will das Ei zerstören und schlägt dabei die Gefährten in die Flucht. Sie gelangen ins Wilde Land, dort, wo die Riesen leben und eigentlich kein Katanier, der bei Verstand ist, hingehen möchte. Es heißt, dass dort die Riesenkinder keine Puppen, sondern Menschenkinder zum Geburtstag bekommen. Unangenehme Aussichten!
Von Torwa verfolgt fliehen sie in eine Höhle, müssen Riesenschlangen umgehen, werden von wilden Helden verfolgt und treffen auf Riesen und ganz, ganz viele Drachen. Schließlich besiegen sie die Männer vom „Orden des zerbrochene n Eis“ und die Drachen kehren nach Katanien zurück.

Ich meine:

Das Buch sprüht vor originellen Ideen aus der Welt der Drachen. Bo im Wilden Land“ besitzt nicht nur jede Menge spannender Momente – denn der Weg ins Wilde Land ist alles andere als leicht – sondern auch sehr viel Witz.

Etwas zum Nachdenken gibt es auch noch, denn wie Bo erkennen muss, ist nicht immer alles so einfach, wie es scheint. Ihr Bild von den Drachen, Helden und Riesen muss sie am Ende überdenken. Die Geschichte nimmt von Anfang an rasant Fahrt auf, so dass nie Langeweile aufkommt.
Diese phantasievolle und beeindruckende Geschichte über die Verantwortung füreinander kann ich nur weiterempfehlen!

Dir. Reinhard Schatzmann

 

 

 

Unsere Wertung:

Großvater und die Wölfe

Autor: Per Olov Enquist

Verlag: Hanser 2003

120 Seiten

Lesealter: ab 8 Jahre

Inhalt:

Die Geschichte beginnt mit einem Angsttraum der sechsjährigen Mina von einem Krokodil, das sie in den „Keks“ beißt. Sie ruft ihren Papa zu Hilfe, doch der glaubt ihr kein Wort (vielleicht, weil der Krokodilbiss einem Mückenstich sehr ähnlich sieht) und will am Sonntagmorgen seine Ruhe haben. Also ruft Mina ihren Großvater an. Er hat immer Zeit und weiß in jeder Lage Rat. Opa ist ein ziemlich schräger Vogel, der herrliche „Pupsgeschichten“ erzählen kann und manchmal so schweinisch redet, dass er von seinen Kindern ins Klo gesperrt wird.

Er hat sofort zwei Pläne parat. Zuerst braucht Mina einen Hund, der sie beschützt und dann eine echte Herausforderung, denn „Wenn man Angst hat, dass die Krokodile wieder angreifen, dann muss man etwas Großes tun. Sodass ein Angriff eines Krokodils einem wie ein ganz kleiner Scheiß vorkommt.“

Großvater lädt seine vier Enkel in sein Ferienhaus nach Värmland ein. Eine raue Gegend, wo es noch Bären, Wölfe, Berge und dichte Wälder gibt.

Er plant eine zweitägige Expedition zum Drei-Höhlen-Berg, denn wer dieses Abenteuer besteht, hat künftig vor nichts und niemandem mehr Angst.

Selbstverständlich dürfen die Eltern nicht von Großvaters Plan wissen, denn im Gegensatz zu ihren Kindern haben sie kein allzu großes Vertrauen in ihn und seine Methoden.

Nachdem sie am Fuß des Berges ein Basislager mit allem Lebensnotwenigen wie Schokoladekeks und Lollis eingerichtet haben, verschwindet in der Nacht Mischa, der treue Wolfshund des Großvaters. Als er am nächsten Tag wieder kommt, gibt er nicht nach, bis Großvater und die Kinder ihm in den Wald folgen. Mischa führt sie zu einem von Wilderern erschossenen Wolf und einem hilflosen Wolfsjungen. Sie nehmen den Welpen mit und päppeln ihn auf. Als die Wolfsmutter ihr Junges von ferne ruft, lassen sie es schweren Herzens laufen. Am nächsten Tag startet die Bergtour bei ungemütlichem Wetter, ein Ausflug, der zu einem gefährlichen Abenteuer werden soll.Schon bei der ersten Übernachtung im Basislager kommt es zu einer bedrohlichen Begegnung mit einem Bären. Am nächsten Tag beginnen sie den mühsamen Aufstieg bei Schneeregen und dichtem Nebel. Kurz vor dem Ziel passiert die Katastrophe. Großvater, der den schweren Rucksack trägt rutscht aus und bricht sich das Bein. Mit letzter Kraft schleppt er sich mit Hilfe der Kinder in die trockene Höhle. Bald merken sie, dass es noch andere Höhlenbewohner gibt.

Das das Handy nicht funktioniert, muss jemand Hilfe holen. Mischa soll Ia ins Tal führen. Sie schaffen das fast Unmögliche. Eine dramatische Rettungsaktion beginnt.Als dann auch noch Wilderer auftauchen, ist die Spannung nicht mehr zu überbieten.

Dieses unglaubliche Abenteuer, wo die Enkel ihren Großvater genau so sehr brauchen, wie er sie, schweißt die „Mannschaft“ noch mehr zusammen. Dass Mina künftig keine Angst mehr vor Traumkrokodilen hat, versteht sich von selbst.

 

Ich meine: 

Per Olov Enquist ist eine hinreißende Geschichte gelungen, wie sie nur jemand schreiben kann, der Kinder wirklich mag. Er erzählt in einer lebendigen, kindgerechten, kreativen Sprache, was das Lesen zu einem Genuss macht.
Das Buch hat einfach alles, was ein echter Kinderbuch-Klassiker braucht: einen Großvater, wie ihn sich wohl jedes Kind wünscht, vier liebenswerte Kinder, die in der Gefahr über sich hinaus wachsen, grimmige Bösewichter, Wölfe, Bären, einen treuen Hund, der für seine Lieben durch Dick und Dünn geht.

Es geht um die Überwindung von Angst, um Zusammenhalt und dass man auch als Kind Großes leisten kann. Als Erwachsener fühlt man sich besonders am Anfang dieser faszinierenden Geschichte an der Nase genommen und findet eigene Verhaltensmuster wieder.

So pendelt die Geschichte zwischen atemberaubender Spannung und herzhaftem Witz. Wenn der kleine Marcus am Schluss der Geschichte sagt: „Danke für die zusammene Zeit, und es war mir ein Vergnügen.“, kann man sich dem als begeisterter Leser nur anschließen

 

 

Unsere Wertung:

Värmland - hier erleben die Kinder ihr Abenteuer mit ihrem Großvater

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Brüder

Autor: Bart Moeyaert

Verlag: Hanser 2006

168 Seiten

Lesealter: ab 10 Jahre

Inhalt:

Bart Moeyaert, selbst Jüngster von sieben Brüdern, schreibt in seinem Buch „Brüder – Der Älteste, der Stillste, der Echteste, der Fernste, der Schnellste und ich“ über alltägliche und nicht so alltägliche Begebenheiten aus seinen Kindertagen. So graben sie zum Beispiel gefährliche Höhlen und probieren, ob unter die Achsel geklemmte rote Zwiebeln wirklich so krank machen, dass man am nächsten Tag nicht in die Schule muss. Sie legen sich auf die Lauer, um vom Bäckereiwagen Apfelkuchen zu stibitzen. Sie spielen Fußball, angeln oder blasen einen Frosch auf.

Allen gemeinsam ist, dass sie ihre Mutter heiß lieben. Sie kann über den Tag Gerüche speichern, während ihr Vater nur nach sich selbst riecht.

Dem Jüngsten ist klar, dass er sich mit seinen großen Brüdern nicht messen kann. Er wird nie der Erste, der Stärkste, der Schnellste sein – aber manchmal ist er der Klügste; das würden seine Brüder natürlich nie zugeben. Dafür aber hat er den belgischen König zum Taufpaten und zu seinem siebten Geburtstag bekommt er ein Geschenk aus dem Palast: Ein Kästchen, in dem auf einem Kissen aus weißem Satin ein silberner Löffel und ein silberner Becher gebettet sind. Darauf sind seine Brüder neidisch. So kommt es, dass der Kleinste oft nicht mitmachen darf, weil er angeblich noch nicht groß genug ist, dann ist er sauer. Oder er freut sich, wenn die Pläne der Großen in die Hosen gehen. Aber meistens sind die Brüder wie Freunde, und wenn es gegen wilde Nachbarjungen geht, halten sie zusammen wie Pech und Schwefel.

 

 

Ich meine:

 

In 42 kleinen Geschichten aus dem Kinderalltag ist alles enthalten, was für einen kleinen Jungen unter so vielen großen Brüdern wichtig ist, wunderbar erzählt von einem Meister seines Fachs. Er beschreibt die Situationen und Stimmungen so toll und eindrücklich, dass der Leser glaubt, ein Teil der Geschichte zu sein. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass die Brüder nicht beim Namen genannt werden. Vielleicht weil man sich sieben Namen nicht so leicht merken kann, bezeichnet der Autor die Brüder einfach nach ihren Eigenschaften: der Älteste, der Stillste, der Echteste, der Fernste, der Liebste, der Schnellste, und natürlich „Ich”, der Kleinste, der uns die Geschichten erzählt)

Auch eine durchgehend spannende Handlung sucht man vergeblich. So staunt der Leser nicht schlecht, wie aufregend alltägliche Abenteuer sein können, wenn man sie mit Brüdern teilt. Nicht umsonst wurde dieses Buch mehrfach preisgekrönt.

Übrigens, „Brüder“ eignet sich ausgezeichnet zum Vorlesen. Auf jeden Fall ein Buch, an dem kleine und große Leser jede Menge Spaß haben werden.

 

Unsere Wertung:

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Fergus Crane auf der Feuerinsel

Autor: Paul Stewart

Illustarionen: Chris Riddell

Verlag: Carlsen 2007

232 Seiten

Lesealter: ab 9 Jahre

Inhalt:

Fergus Crane lebt mit seiner Mutter in einer kleinen Hafenstadt, in der es vor „schrägen Vögeln“ nur so wimmelt. Seinen Vater, der vor Jahren von seiner letzten Schiffsreise nicht zurück gekehrt  ist, kennt er nur von Fotos.

Da die kleine Familie in eher ärmlichen Verhältnisse lebt, sind sie froh, dass Fergus gratis Unterricht auf dem Schulschiff „Betty Jane“ erhält. Außer dem Jungen besuchen nur noch Horatius, Tessa, Sylvia und Jimmy diese merkwürdige Schule. Seltsam, dass hauptsächlich „Höhlenerkundung“ auf dem Stundenplan steht. Noch seltsamer sind die Lehrer an Bord, die mit Augenklappen oder einem Eisenhaken statt einer Hand große Ähnlichkeit mit Piraten aufweisen.

Eines Nachts bringt ein fliegendes Pferd Fergus zu seinem verschollenen Onkel Theo, der hoch oben in den Bergen wohnt. Hier erfährt er die Wahrheit über die Schiffsbesatzung, die inzwischen die Kinder auf die Feuerinsel entführt haben. Dort sollen sie einen Diamantenschatz aus einem brodelnden Vulkan bergen. Jetzt wird klar, warum die Kinder Höhlenforscher werden sollten und stundenlang Kriechgänge erkunden mussten.

Fergus folgt ihnen auf dem Rücken des fliegenden Pferdes. Doch er kommt zu spät. Seine Freunde befinden sich bereits im Inneren des Vulkans und die fiesen Piraten haben gerade ihre Sicherheitsleinen durchgeschnitten.

Fergus nimmt all seinen Mut zusammen und stellt sich dem Kampf mit den Bösewichtern. Kann er seine Kumpels retten? Taucht vielleicht sogar sein verschollen geglaubter Vater wieder auf?

Spannende Fragen! Wollt ihr die Antworten, müsst ihr schon das Buch lesen!

 

Ich meine:

 

Eine spannend erzählte, witzige, liebenswürdige Geschichte! Eine fantastische Idee jagt hier die andere!

Die Geschichte fängt harmlos und gemütlich an, steigert sich aber schnell zu einem rasanten Abenteuer. Mit Herzklopfen begleitet der Leser Fergus auf die geheimnisvolle Feuerinsel im Smaragdmeer! Unterstützt wird die tolle Geschichte von einem Feuerwerk von drolligen Zeichnungen. Jede einzelne Figur in diesem Buch ist dargestellt!

Ein Buch, das Kinder (ab 8 Jahren) wie Erwachsenen gleichermaßen Lesespaß bereitet und sich auch prima zum Vorlesen eignet!

Auch wenn du noch keine richtige „Leseratte“ bist, wirst du diese leicht zu lesende Geschichte verschlingen!

 

Wenn ihr, wie ich, Gefallen am sympathischen Fergus Crane gefunden habt, darf ich euch verraten, dass es schon bald weitere Abenteuer mit unserem tapferen Helden zu lesen gibt!

 

Unsere Wertung:

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